Hirtenbrief # 20

                                 HIRTENBRIEF  Nr 20                  November  2020

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Ruhrschäferei,

REDAKTIONELLE VORBEMERKUNG: Es ist Herbst, der einen ohnehin daran erinnert, dass die Zeit vergeht , auch wenn man das meist nicht hören will.  Heute  stellen wir  fest : Das hier ist sage und schreibe  HIRTENBRIEF Nr. 20 . Manchmal  entwickeln sich Traditionen  ohne das man sie  geplant hatte. Man fängt arglos  etwas an und daraus entwickelt sich etwas anderes und dazu kommt unerwartet noch etwas Neues und irgendwann  stellt man  fest: Das ist wie im wirklichen Leben.  Als es anfing, hatte man  keine Ahnung wo es hinging und wenn man Glück hat war es im Nachhinein betrachtet  oft ganz gut. .

Vor die Wahl gestellt, melancholisch dem  Verrinnen der Zeit nachzusinnen oder erfreut ein Jubiläum zu feiern entscheiden wir uns ohne zu zögern für das zweite .

 Also: RUHRSCHÄFEREI PROUDLY PRESENTS :HIRTENBRIEF NR.20.

Auch wenn wir in diesen lausigen Coronazeiten leider keine Party feiern können mit Lammfleisch und Wacholderschnaps bis der Tierarzt kommt. Aber wir werden das nachholen. Wann immer das sein mag .

 - Nicht zum erstenmal, aber leider wegen unveränderter Dringlichkeit des Themas  und angesichts zur Zeit unverkäuflicher Wolle bei den Schäfern  sprechen wir nicht ohne eine gewisse schlecht gelaunte  Fassungslosigkeit  erneut über Wolle  .Die Seltsamkeiten internationaler Lieferketten haben in Zeiten von Corona  die Lage noch verschärft, die Situation der Schäfer verschlechtert und einen wunderbaren Rohstoff weiter an den Rand gedrängt. Darüber wollen wir in diesem Brief nicht schweigen.

 - Noch eine redaktionelle Bemerkung: Wenn im Text von Wir die Rede ist, ist das in aller  Regel  das Team der Ruhrschäferei . Manchmal  ist es aber auch nur ein fiktives  literarisches Wir. Immer aber ist es der Autor, der für alle eventuellen  Komplikationen im Zweifelsfall der seit Kaiser Wilhelm vorgeschriebene Sitzredakteur ist, d h der ,der sitzen muss, und zwar im Knast. Besucht mich bitte, wenn es soweit ist.

- Ach ja, und was die Länge angeht: Twittern kann ich immer noch nicht, Es geht nicht. Die Erfahrung lehrt :  Verlange nicht von einem Fisch ,dass er auf einen Baum steigt. Daraus wird nichts.

 

EINE KURZE, ABER  EINSTWEILEN TRAURIGE GESCHICHTE VON DER WOLLE: Es war einmal vor langer Zeit, als das Wünschen auch schon nicht mehr geholfen hat, und  nachdem die Menschen sich schon seit tausenden von  Jahren mit Kleidern aus der Wolle von Schafen und  Ziegen gewärmt hatten  ein Königreich auf einer grossen Insel im Norden ,auf der Jahre  später die Wachsjacke erfunden wurde , weil das Wetter dort sehr schlecht war.  Dort hatten die adeligen Grundbesitzer ihr Land verpachtet an die landlosen  Bauern, die dort Feldfrüchte anbauten und Vieh hielten. Von dem, was sie ernteten, mussten sie einen Teil abgeben an die arbeitslosen  Gutsherren, die davon ein zwar sinnloses, aber schönes Leben führten und deswegen  Zeit hatten, mit ihren teuren Pferden und unter dem  Gekläff ihrer Hundemeuten zu Unterhaltung  und Vergnügen von ihresgleichen Füchse zu Tode zu hetzen.

Aber im Laufe der Zeit ergab es sich ,ohne dass jemand genau verstand warum, dass sich die Wolle der Schafe, die es im Lande gab, auf dem Markt für viel mehr Geld verkaufen liess, als man für Gerste oder Möhren oder Hühnereier erhalten konnte. Da kamen die Grundbesitzer, die ein zwar schönes, aber leider teures Leben führten auf die Idee, die Bauern von den Feldern zu verjagen und stattdessen von ihren Schäfern  grosse Schafherden halten zu lassen, von denen sie kostbare Wolle bekamen, die man auf den Märkten auf der ganzen Insel und  bis weit nach Europa für schönes Geld verkaufen konnte. Auf dem Lande standen daraufhin  viele Dörfer leer und verfielen. Nur die Kirchen, die für den Gottesdienst nicht mehr gebraucht wurden, dienten als Schafställe.

Die Bauern, die vom Land vertrieben worden waren, flohen in die Städte, wo sie als unnütze  Arme verfolgt wurden, die sich weigerten, einer Arbeit nachzugehen, die es nicht gab. Ein kluger Kanzler am Hof des Königs schrieb damals ein Buch, in dem er von dem Land sprach, in dem die Schafe die Menschen fressen.

Viele viele Jahre blieb die Wolle dann ein wertvolles, begehrtes Gut, mit dem die Menschen sich vor Kälte und Nässe schützten in  Zeiten, in denen die Holländer nicht ohne Grund  sehr schön anzusehende schneebedeckte Winterlandschaften malten mit vielen Menschen, die auf den zugefrorenen Kanälen Schlittschuh liefen. Die Winter  waren  zu dieser Zeit erbarmungslos  hart und lang und die Häuser konnten nur schlecht  geheizt werden, sodass viele Menschen elendig frieren mussten. Die  Bilder aber wurden  später  überaus berühmt und hingen  in Museen , in denen es  für die Besucher schön warm war, sodass sie nicht wirklich verstanden, was die Bilder zeigten.

 Die Wolle war so wertvoll ,dass in einem  grossen Königreich im Süden,  wo die Menschen von den heidnischen Sarazenen eine Schafrasse übernommen  hatten, die sie Merinos nannten . die Ausfuhr dieser Schafe bei Todestrafe verboten war. Diese Schafe  lieferten eine besonders  feine Wolle  und durften deswegen auf keinen Fall ausser Landes gebracht werden.

 Auch hier mussten die Bauern hinter den Schafen  zurückstehen, die von den Schäfern auf Trassen, die so breit waren wie  später  die  Autobahn am Oberhausener Kreuz  in  grossen Herden durchs Land getrieben wurden.

Die Zeit verging und änderte sich und  ohne dass einer verstand warum , verarmte dieses Königreich nach etlichen  Jahren zum Erstaunen  seiner ignoranten  Adligen, nachdem  sich das Land nach der Ermordung von zahllosen Inkas und Mayas an vielen Schiffsladungen mit geraubtem Gold  und Silber überfressen hatte und dadurch schliesslich eine grosse Teuerung  entstand.

 Das Königreich im Norden dagegen, das nur Schafe, schlechtes Wetter und  Haferschleim mit knallgrünen Erbsen   kannte, erfand die erste brauchbare  Dampfmaschine .

Seit langem  geschah es , dass in einem sehr weit entfernten Land auf der anderen Seite des atlantischen  Meeres von weissen  Siedlern  grosse Plantagen mit Tabak und  Baumwolle angelegt wurden. Für die Arbeit auf diesen Plantagen wurden auf Sklavenschiffen  viele Menschen von Afrika  aus auf diese Plantagen gebracht, die dort arbeiten mussten, solange sie lebten.

In dem erfinderischen  Inselkönigreich aber wurde aus der Dampfmaschine  eine Maschine konstruiert, die den  zutraulichen Namen Spinning Jenny erhielt, obwohl viele Menschen sich vor ihr fürchteten, weil sie ihnen die Arbeit wegnahm.  Diese Maschine konnte mit bis dahin unerhörter Geschwindigkeit Fäden spinnen - aus Wolle, Leinen, Hanf und Baumwolle.

Nachdem dann  auf den amerikanischen Plantagen eine  Maschine  erfunden worden war, mit der man die Samenkapseln der Pflanze entfernen konnte, was vorher die aufwendige Handarbeit von Sklaven gewesen war, begann ein nie zuvor erlebter Siegeszug der Baumwolle durch viele Länder.

 Vor allem, nachdem das      Königreich ,  in dem es der Brauch war ,dass  die Kutschen  links fuhren, die halbe Welt erobert hatte bis nach Indien und sich  Empire nannte. Die Inder, die früher und schon lange vor den neuen Herren  ihre Baumwolle selbst hergestellt hatten, wurden gezwungen, in  Zukunft ihre Baumwolltuche  aus dem Inselreich zu beziehen und  kein Inder konnte die Stoffe so billig herstellen wie Spinning Jenny. Das war für die Baumwollspinner und - weber im Land sehr schlimm  aber der Spinning  Jenny  war es vollkommen egal und ihre Besitzer wurden dabei reich und mächtig. Das Linksfahren aber ,das die neuen Herren auch einführten ,haben die Inder  bis heute beibehalten.

Die Baumwolle, die auch -  mal  respektvoll , mal resignierend -   King Cotton genannt  wurde und  im Laufe der Zeit  Handelshäuser aufsteigen und niederstürzen liess war keine freundliche Herrscherin. Sie war nicht fair und  kein unschuldiges  Kind des freien Marktes. Sie war von der Sklavenarbeit bis zum mit Gewehren und Kanonen erzwungenen  Absatz in den Kolonien  ein Kind der Gewalt . Aber kein Mensch sieht ihr das heute noch an.

 Baumwolle ist zwar nicht so warm wie Wolle, insbesondere, wenn sie feucht oder nass wird, hat aber als  Stoff  einige Vorzüge. Z.B. kann sie in der Gestalt von Blue Jeans ausser bei der Arbeit  bei den  unterschiedlichsten Gelegenheiten getragen werden, egal, ob  Kindergeburtstag, Maiandacht, Fussballspiel oder Weihnachtsfeier . Und nachdem die Menschen den Hatzfrass erfunden haben, den sie  Fast Food nennen, haben sie auch noch die Fast Fashion erfunden, die man besonders schnell wegwerfen kann und wenn die nicht aus Plastik ist, ist sie aus Baumwolle.

 Einer  der Nachteile der Baumwolle besteht neben einem ökologisch sehr unzuträglichen  Pestizidverbrauch darin, dass sie bei der Herstellung säuft wie ein Loch. Für ein Kilogramm Baumwolle werden Tausende  Liter Wasser gebraucht, was dann von Nachteil  ist , wenn Wasser ein knappes Gut ist oder wird.

Da der Fortschritt zwar oft eine Schnecke, aber trotzdem  nicht aufzuhalten ist, ergab sich wiederum viele Jahre später  eine weitere Neuerung, die nicht nur für die Wolle fatal war : Vor  ein paar Jahrzehnten brachten Textilingenieure einen  Stoff auf den  Markt  , der dreisterweise und in offenbar betrügerischer Absicht Fleece genannt wurde und damit so tat, als ob er irgendetwas  mit dem  allen Leuten seit biblischen  Zeiten bekannten  Vlies der Schafe  zu tun hätte . Für die Gebildeten unter den Ahnungslosen womöglich sogar mit dem GOLDENEN VLIES, das im Hain von Ares, dem Gott des Massakers hing, bevor es, wie man aus  dem Fantasy - Film „Jason und die Argonauten“ weiss, von Todd Armstrong  geklaut  wurde .

 In Wirklichkeit handelte es sich  bei dem Stoff nicht um ein Vlies,  sondern  um  ordinäre ex - und hopp - Plastik, die bestenfalls aus geschredderten  Joghurt - oder Coffee - to  - go Bechern hergestellt worden war. Die traurigen Reste dieser fabelhaften textilen  Innovation sammelten sich im Laufe der Zeit, zunächst  unbemerkt hinter dem Rücken  ihrer ehemaligen Besitzer, u.a. in einem monströsen Megastrudel im Pazifik, einem   Malstrom des Desasters, in dem das ganze Jahr Halloween war und der Edgar Allen Poe das Gruseln gelehrt hätte. Neben  weiteren  Ingredienzien aus  einem zweifellos  satanischen Kochbuch   besteht er aus zerfetzter  High  - End - Funktionskleidung ,  verlorenen Plastiksocken und den  elenden Lumpen der vorletzten Fast  - Fashion  - Kollektion von H&M, Primark und Konsorten . Das ganze gemischt mit dem  reichlich vorhandenen sonstigen  Müll, der dann im Magen von daran zugrunde gegangenen Robben und Schildkröten gefunden wurde.

Früher oder später erreichte  diese schwimmende Altlast dann den Zustand ihrer Vollendung in Form  von  zur Unsichtbarkeit zerriebenen Nanopartikeln, die schliesslich in einem ultimativen Recyclingschritt  als Bestandteil von Frutti di Mare, Königsgarnelen und Fischstäbchen an Pommes rot -  weiss als Krönung und  Ende der Nahrungskette auf dem Teller der Menschen landeten.

 Die essen dann  auf diese Weise arg - und ahnungslos ihre ehemalige vierfach gefütterte Snowboardjacke auf und bauen so in ihrem Körper  völlig neuartige,  in der Natur  bisher noch  nie gesehene  stoffliche Gemengelagen auf, deren Bekömmlichkeit in den ratlos zuschauenden  Sternen  steht.

Bei genauerer Betrachtung dieses schwimmenden Infernos wird die Ratlosigkeit  nicht geringer. Die Uno hatte das Jahr 2008 aus gutem Grund zum Jahr der Naturfaser erklärt . Der daraufhin gegründete Verband  Discover Nature Fiber Initiative DNFI teilt aktuell mit, dass der Weltbestand an Schafen seit Jahren, insbesondere auf der südlichen Erdhalbkugel  stark  rückläufig ist . Als Grund gibt er die Ausbreitung von Hitze und  Dürre  insbesondere in Australien an.  Klimawandel  ist nicht erst irgendwann.

 Eine weitere Alarmmeldung  aber die zeigt , welchen Tiefstand die Entwicklung  erreicht hat, kommt aus der Textilproduktion. Nachdem die Wolle die Menschheit über Jahrtausende hinweg mit einem tatsächlich nachhaltigen ,unvergleichlichen Rohstoff ohne Pestizide, Herbizide, Tankerunfälle und sonstige  Zutaten  der Hölle durch alle  Unbilden der Witterung hinweg begleitet hatte ,ist nach Aussage des Verbandes  der Anteil von gesäuberter Wolle an der Weltfaserproduktion heute  gesunken auf  unfassbare ein Prozent. EIN PROZENT!

Ein wunderbares Geschenk der Natur wird ohne Sinn und Verstand eingetauscht gegen technologisch anspruchsvollen  Schrott . Homo faber, der technisch begabte Mensch,  endet  als  tragische  Verkehrung des märchenhaften  Hans im Glück , der ein Goldstück frohen Herzens im Tausch gegen  einen wertlosen Feldstein wegschenkt und zum guten Schluss frei und glücklich ist, als ihm der in den Dorfbrunnen fällt. Bei uns landet der Plunder im Meer, aber glücklich  wird dabei  keiner.

Darf  das so bleiben? Nein. Schon gibt es neue Initiativen : Hochgebirgsexpeditionen ,die wieder die Wolle als Kleidung ausprobieren ,Outdoor - Wolllinien bei der sogenannten Funktionskleidung . Schon gibt es junge Leute, die sich weigern zu akzeptieren, dass man die Rauwolle von Pommernschafen, die Jahrhunderte lang für Fischerjacken und Segeltuch bei wirklich schlechtem Wetter genutzt wurde nur noch wegwerfen oder als Dünger für prächtig blühende Rosenrabatte vergraben kann . Aus Sicht des Blumenfreundes zweifellos ein moralisch hochstehender Zweck, aber eine Verschwendung von wunderbaren natürlichen Eigenschaften, weswegen jetzt wieder wetterfeste Jacken und Hemden daraus gefertigt werden, die schon Outdoor waren, als noch  keiner wusste, was das war.

Reicht das? Nein. Die Lagerhäuser der Schäfer und Wollhändler sind z. Zt. voll mit unverkäuflicher Wolle. Auch die Ruhrschäferei lagert  von der letzten Schur noch  500 Kilo Wolle,  für die sich bisher kein Käufer findet.

Es ist Zeit Schluss zu machen mit der hanebüchenen Rosstäuscherei bei der Textilvermarktung. Die Wolle bleibt u.a. auf der Strecke , solange auf you tube sogenannte  Influencer, deren geschmackliche Minderbegabung  schon schlimm genug wäre,  die aber darüber hinaus   mit völliger Abwesenheit irgendwelcher Qualitätsstandards geschlagen sind ihrem Publikum , das möglicherweise  auch nicht immer die hellste Kerze auf der Torte ist, ihren Ramsch präsentieren. Ein dringender  Fall für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Zu ergänzen  wäre das  im Schulunterricht durch Ausweitung des nur fragmentarisch angebotenen Fachs Warenkunde, ein Thema, bei dem  möglicherweise  bei Schülern und Lehrern gemeinsamer Entwicklungsbedarf besteht.  

 Und es ist Zeit, auf Plastikkleidung einen Warnaufdruck wie auf Zigarettenschachteln anzubringen, dekoriert mit ansprechenden Fotos von erstickten  Seevögeln aus dem Nordpazifikwirbel. Textvorschlag:  Plastikkleidung gefährdet die Gesundheit der Erde, verschleudert  Ressourcen , unterstützt AMAZON dabei, sich dumm und dämlich zu verdienen und führt dazu ,dass die Paketdienste  täglich  dreimal in Ihrer Strasse rumfahren, um dringend gebrauchte  must - have  Klamotten auszuliefern, bevor die als Fast - Fashion -  Retouren  ungeöffnet auf dem Müll landen .

Meister Yoda, der schon viel gesehen hat im Universum würde fragen: Falls es auf der Erde intelligente Wesen  gibt: können die das wollen?

 Wir hoffen: Nein.  Deswegen VLIES statt Fleece.

NOVEMBER Die Schafe stehen auf einer Talwiese vor dem grossen Wald. Seit Tagen gibt es immer wieder Regen, aber wenn man den Boden aufgräbt ist es nach einigen Zentimetern staubtrocken und hart. Es wird lange dauern, bis die letzten trockenen Sommer ausgeglichen sind.  Manche sagen: Wir werden ein Land der Trockenheit bleiben.

Die Blätter an den Bäumen leuchten in allen Braun - und Rottönen. . Altweibersommer. Indian Summer. Was verbindet alte Frauen und Indianer mit dem Herbst? Noch einige stürmische Tage, dann werden die Bäume kahl sein, aber der Herbst kam spät. Wenn es trocken war flogen noch Ende Oktober  in der Dämmerung Fledermäuse über die Herde .Halb im Spiel sprangen die Hunde nach ihnen, aber die Flattertiere liessen sich nicht fangen.

Wenn die Herde zieht ist sie unter Eichenbäumen kaum weiter zu bewegen, weil die Eichelernte des Sommers am Boden liegt. Ein Festmahl. Auch die Hunde bringen die Tiere kaum in Bewegung und schauen Florian hilfesuchend an: Was sollen wir machen? Die kommen einfach nicht. Irgendwann gelingt es den Hunden eine Gruppe herauszulösen und die anderen Tiere  zögern noch, fressen hastig noch einige Eicheln und rennen dann hinterher..

 Jedes Jahr ein ungenutzter Schatz am Boden  der verrottet. Vor langer Zeit wurden die Tiere  im Herbst in den Wald getrieben , um Bucheckern und Eicheln zu fressen. In Verbindung mit nicht nachhaltiger Holzentnahme führte das zu einer Krise des Waldes durch Übernutzung. Die Waldweide wurde verboten. Heute ist nicht die Zeit, sie wieder einzuführen. Nie war die Krise des Waldes grösser.

Ein  verhangener Himmel und ein feiner Regen hängen über der Herde . Die vierhundert Tiere verteilen sich auf der Fläche und die weiter entfernten verschwinden fast im Dunst. Vor uns liegt die dunkle Zeit. Keiner weiss, was der Winter  bringt.

Euch allen, Corona hin oder her, wünschen wir schöne Waldspaziergänge, demnächst eine erfolgreiche Weihnachtsbäckerei mit Plätzchen, die man zur Not auch in kleinerer Runde essen kann und wenn ihr Lust habt, kommt mal bei der Herde vorbei. Der Schäfer mag Kekse.

Eine gute Vorweihnachtszeit wünscht euch

Florian und das Team der RUHRSCHÄFEREI.

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Aktualisiert: 04.11.2020 08:33:06